Happiness is old monk & coke – Goa


Ich beziehe mein Guesthouse in Anjuna Beach und gehe gleich zu pool, an dem ein paar westliche und indische touristen bier trinken und joints rauchen. Ein sehr passendes bild. Ich bestelle mir etwas zu essen, ein bier und unterhalte mich mit einer coolen indischen gruppe, welche mich dann zu einem glas wein und zum mitrauchen einladen, was ich dankend (…) ich mache mich dann auf, um noch vor den eindunkeln den strand zu erkunden, scheitere aber. Ich finde nur einen felsigen strandabgang, der lange berühmte strand bleibt verborgen. Ein wenig genervt über die wege dieses ortes, der eher ein jungel als ein strandort ist, gebe ich für diesen tag auf. Ich hatte  zuvor im hotel nach einer diesen typischen touristenkarten gefragt, musste dann jedoch einsehen, dass es dies wohl nicht gibt, als der receptionist mit einem atlas ankam. In einem restaurant später sah ich ein plakat mit dem spruch des titels dieses beitrags und trank fortan wenn immer möglich den old monk black rum, & coke 🙂

Am zweiten tag mache ich mich auf einem roller, den ich für ca, 5.- pro tag gemietet habe auf, den strand zu suchen. Diesen finde ich nach einer weile und verstehe weiterhin nicht, wieso die hauptattraktion so unangenehm zu erreichen ist. Ich entscheide mich, bald weiterzuziehen und deshalb noch an diesem tag eine bekannte familie meines onkels besuchen zu gehen, bei welche er in den 90ern eine längere zeit gelebt hatte. Nach 10min fahrt gebe ich aber wieder auf – in noch keinem land war die wegsuche so mühsam wie hier, was wohl auch daran liegt, dass ich ohne handy auch GPS-los bin. Ich miete mir also im hotel ein taxi für 3 stunden, was nicht sehr viel kostet, höchstens ein wenig stolz. 15km weiter besuche ich zwei sehr schöne strände und finde mit hilfe meines fahrers schlussendlich auch die gesuchte familie, welche sehr einfach ein wenig weiter weg vom zentrum lebt. Sie können sich sogar an meinen onkel erinnern und freuen sich über sein bild, welches ich ihnen auf meinem tablet zeige.

Am nächsten tag ziehe ich also schon weiter nach Calangute, ein strandort der mir sehr viel besser gefällt. Mein Rollervermieter organisiert mir auch gleich einen fahrer, welche mich für einen ganztagestrip zu den Dudsagar Wasserfällen fährt. Der wasserfall war schön, aber überrannt von 50% indischen und 50% russischen touristen. Am abend gehe ich gut essen und laufe dann dem strand entlang, welcher voller inder und beachshacks ist. der inder „John“ überredet mich dann bei seinen tischchen direkt am meer eine shisha zu nehmen .ich beauftrage ihn, alle frauen, welche alleine unterwegs sind, doch zu mir und der shisha einzuladen :-). Er tut jedoch nicht wie geheissen und ich muss die beiden hübschen indierinnen neben mir selber ansprechen. Wir essen, trinken und rauchen zusammen shisha und haben eine super zeit. John setzte sich mittlerweile auch dazu, raucht mit und trinkt versteckt ein bier. Später besorgt er uns himmelslaternen und wir lassen alle ein kleines feuer über das meer frei steigen und wünschen uns etwas.

Eine Laterne - Ein Wunsch

Auf dem nach hause weg stoppt mich die polizei. Völlig klar im kopf und seltsamerweise optimistisch  (wohl wegen dem coolen abend) halte ich an. er will meinen führerausweis sehen, den ich sogar dabei habe. Obwohl darauf auch auf englisch ‚driving licence‘ steht, meint er, ich bräuchte einen internationalen führerausweis und das sei ein riesen problem. Dass ich wie alle keinen helm trage (was ok ist – an den linksverkehr hatte ich mich schon lange gewöhnt und die schlechten strassen liessen eh nur 30km/h zu) oder ob ich etwas getrunken habe interessiert ihn Null. Ein weiterer polizist kommt und droht mir, mich aur den polizeiposten mitzunehmen, wo es mit 50$ richtig teuer werden könne :-). Ich bin versucht darauf einzugehen, weil ich ihnen das problem mit dem ungültigen ausweis nicht richtig glaube und sich mein gerechtigkeitssinn absolut dagegen sträubt, ihnen eine bestechung zu bezahlen (worum es eigentlich die ganze zeit gegangen ist). weil sie dann doch mehr ausrichten können als ich, bezahle ich schlussendlich zähneknirschend ihr verlangtes ‚bakschisch‘, welches direkt in ihre taschen wandert.

Die Kühe in Goa sind ultracool, sogar schon zu cool :-). Da es nicht wirklich Felder hat, grasen sie frei neben der strasse, stehen aber auch sehr gerne im weg rum. Der Verkehr beeindruckt sie Null und auch bei aggressivem hupen, weil mal wieder eine Kuh die halbe Strasse blockiert, lässt diese ziemlich kalt. Vor allem in der nacht und beim schlechter beleuchtung wird es ziemlich mühsam für die autofahrer. Ich habe einmal einen Taxifahrer gefragt, wie viele Kühe er schon angefahren hätte. Er lachte und meinte, ihm sei das zum Glück noch nie passiert, aber vielen seiner Freunde schon. Obwohl die Kuh bei den Hindus ja heilig ist, gibt es dennoch in den Restaurants sehr oft Gerichte mit Rindfleisch, es ist also kein allgemeines Tabu.

Mein Weiterflug nach Sri Lanka gestaltete sich doch komplizierter, als ich erwartet hatte. Um Andreas rechtzeitig in Colombo zu treffen, blieb mir nichts anderes übrig, als um 04:00 früh aufzustehen und musste mich zudem mit einem 4stündigen zwischenhalt in Chennai abfinden. Es ist halt nicht South East Asia, wo man mit Air Asia alle Ziele spontan und superbequem erreichen kann. Es machte mir aber nicht viel aus – ich war am reisen und hatte noch ein paar superschöne tage am Strand verbracht und war sowieso ziemlich relaxed. Zudem war ich freudig aufgeregt, wieder ein völlig neues land entdecken zu können.


Über JanS

Das schlichtweg beste Gefühl ist weiterhin, wenn man nach einer durchzechten Nacht mit spannenden neuen Begegnungen am Flughafen steht, selber überrascht, dass das alles geklappt hat und der Pass wie auch das meiste Gepäck dabei zu sein scheint und es weiter geht - an einen neuen, unbekannten Ort. Was der kommende Abend bringt weiss man nicht, nur dass man bereit ist. Ich bin Weltenbummler und ein wenig Karrierist, fühle mich im Anzug fast genau so wohl wie in Flip Flops. Ich liebe die einheimischen Berge und möchte doch immer weit weit fort.

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