Nachtexpress nach Bangkok


7.Juni ’14, Nachtexpress Nong Khai – Bangkok

Seit einer Woche hielt ich mich bereits in Laos auf und die Temperatur am Morgen war wieder sehr angenehm. Leider fiel die Dusche aus da es einen längeren Stromausfall gab. Dieser hielt bis ich auscheckte an. Meine Elektronischen Geräte waren alle voll aufgeladen, so kümmerte es mich wenig. Etwa eine Stunde nach dem Frühstück erschien die Tochter von Monika mit ihrem Sohn um sie abzuholen. Der Junge war etwa vier und hat sich sich richtig süss vorgestellt, er sei der Johann von Dänemark, da er einen dänischen Pass besass. Wir unterhielten uns noch kurz und schon war für Sie Zeit ins Diplomatenviertel zurück zu gehen. Nach dem ich ebenfalls ausgecheckt hatte suchte ich nach dem „Ispot Travel Information Center“ (Ispot.la) ! Bis auf die Wegweiser und Leuchtreklamen fand ich nichts mehr davon vor. Leider konnte mir Niemand in den umliegenden Restaurants und Hotels sagen wohin dieses Center gezogen ist. Der Plan war zu erfahren wie ich am einfachsten nach Thanaleng komme. Stattdessen, liess ich mir den Weg zur Central Busstation erklären und ging gleich zu Fuss los.

Ich hatte mich daran gewöhnt nicht für jede Strecke ein Tuk Tuk zu nehmen, denn das geht ins Geld, ich hatte mal gedacht der Fahrer würde mir sagen wenn ein Ziel gleich um die Ecke ist, tun sie nicht!

Stadtpläne sind tolle Führer, am besten erkundet man die Örtlichkeit und trägt, wenn nicht schon eingetragen, wichtige Punkte, Bäume, Läden oder öffentliche Einrichtungen, woran sich auch Andere orientieren können, ein. Ich kam an bekannten Gebäuden vorbei und kurz darauf war ich in einem von mir noch unentdeckten Viertel. Es war Laut, und wurde von einer breiten vollgestopften Hauptstrasse durchquert. Gleich hier um die Ecke musste es sein.
Auch bei der Busstation präsentierte sich das Bild nicht anders. Das Areal war voll mit Leuten die auf den Bus warteten, solche die Denen die warteten was verkaufen wollten, Leute an den Ticketsschaltern, Leute in den Schlangen bei den Ticketschaltern, Leute welche aus keinem ersichtlichen Grund irgend ein Instrument bedienten, vielleicht übten sie. Einfach gesagt es war ein Radau sondergleichen und als würde das nicht schon reichen, fuhren dauern TukTuk und Taxi ein, hupten einander an und zu guter Letzt kam noch der Bus, der seinerseits alle aus dem Weg hupte. Mein eher missbilligender Blick über die ganze Szenerie, blieb einem Mann nicht verborgen, er kam zu mir rüber und fragte wohin ich wolle. Als ich ihm Nong Khai als Ziel nannte zückte er sein Handy und rief einen Freund an. Für ca 5 Franken fuhr ich ein paar Minuten später in einem Minivan, bei halbwegs funktionierender Air Conditon, in Richtung thailändischer Grenze.20140607_112645 20140607_114705
Dort angekommen überquert man die „Friendship Bridge“, wofür einem noch 10’000Kip berechnet werden. Das Ausreisen ging dann ganz flott und hinter der Grenze wartete wieder ein Busterminal, da zahlst du nochmal 4000Kip und von da ging es endlich über die Brücke nach Nong Khai.20140607_12052220140607_120431

Ich musste noch Geld wechseln und fand einen jungen TukTuk-Fahrer der mich ohne Aufschlag zur Wechselstube und anschliessend zum Bahnhof fuhr. Dort angekommen, war ich viel zu früh, ich kaufte mir in aller Ruhe das Ticket Nach Bangkok 2.Klasse und sah mich um.20140607_125259

In der Umgebung gab es eine Bibliothek die sich in alten Zugwaggons befand, sowie zwei heruntergekommene Spelunken. Ich kehrte im einzigen Sterne Haus in der Umgebung ein. Dort verbrachte ich den Tag mit müssigem Nichtstun, essen, trinken, Berichte schreiben.20140607_140850

Gegen halb sechs machte ich mich auf den Weg zurück zum Bahnhof. Wie so oft wenn man glaubt dass das Wetter hält, schlägt es dir ein Schnippchen. Kaum hatte ich das schützenden Dach des Restaurants verlassen begann es wie aus Kübeln zu giessen. Zur Sicherheit hatte ich meinen Schirm bereits in der Hand und auch der Rucksack war in eine wasserdichte Hülle gepackt.20140607_172142

Dennoch, nur halbwegs trocken kam ich beim Bahnhof an, eine Menge andere Rucksack Reisende waren anwesend. Kurze Zeit später erklang eine Durchsage, von der mir jetzt noch die Ohren dröhnten, verstanden habe ich gar nichts, so fragte ich andere Backpacker, die nicht unmittelbar unter den Lautsprechern hockten. Der Zug der da bereits stand war der Nachtexpress, ich suchte Wagen 5 und kletterte vorsichtig die Stiege nach oben. Der Wagon hatte beidseits des Ganges jeweils zwei Sitze die sich gegenüber standen. Darüber befand sich eine klappe, in der das obere Bett verstaut sein musste.20140607_174542

Mit etwa zehn Minuten Verspätung fuhr der Zug los und es schien mir als bräuchte er eine gute Viertelstunde um auf die Reisegeschwindigkeit zu kommen. Das Ticket wurde gelocht, kurz darauf war der Gang von Mitarbeitern bevölkert welche Essen und Getränke verkauften. Zwischen durch kamen mal wieder zwei die den Boden wischten, oder besser gesagt, der Erste schob einen Besen vor sich her und der Zweite zog einen nassen Wischmop hinter sich nach. Es war ein lustiges Bild, und es wiederholte sich etwa jede halbe Stunde.
Ich genoss den Blick aus dem Fenster auf wilde Vegetation und kontrollierte Landwirtschaft. Die Toiletten waren mir ein Grauen und so vermied ich den zweiten Gang dort hin. Nachdem man mir das Bett ausgeklappt hatte, legte ich mich hin. Leider konnte ich auch hier nicht richtig schlafen. Für eine Zugfahrt war es oft holprig, vor allem bei den häufigen Stopps erwachte man wieder und auch das Personal war alles andere als ruhig.20140607_193218 20140608_033714

Andauernd liefen sie den Gang entlang und redeten in einer gänzlich unangebrachten Lautstärke, waren sie doch mal ruhig, konntest du Gift drauf nehmen, dass irgendwas aus dem Funkgerät plärrte. Bereits um halb 5 liessen die ersten, meist Einheimische, ihre Betten wieder zu Sitzen umfunktionieren. Da an Schlaf ohnehin nicht mehr zu denken war tat ich es ihnen gleich. Es verblieb noch knapp eine Stunde fahrt, ich kaufte für 40B einen Kaffee und beobachtete wie der Zug langsam wieder zum Leben erwachte. Die Bettwäsche wurde gleich beim zusammenklappen der Liegestatt in einen Plastiksack geworfen und auf der Oberen geschlossenen Pritsche wurde neue Wäsche verteilt. Ich war beeindruckt, was für ein gewaltiger Unterschied zu Laos.


Über Luzius

Im Kopf ein Träumer und einen Fuss immer auf der Strasse um überall hin zu gelangen. Als Gründer dieses Blogs schreibe ich hauptsächlich von den Eindrücken auf meinen Reisen. Natürlich würde ich ich mich freuen die eine oder andere Person ebenfalls dazu zu bewegen das Leben mehr aufs Leben auszurichten als auf Karriere und Status, folgt mir online oder in Echt. Ich helfe euch bei Eurem vorhaben die Welt zu bereisen und gleichzeitig etwas zu verdienen. Euer Backpacker Luz ....Meine persönlichen Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen müssen nicht mit den Eindrücken, Meinungen oder Erfahrungen anderer Personen übereinstimmen oder denen entsprechen. Vielen Dank !

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