Sleeping Bus Luang Prabang – Vientiane


Busreisen in Laos?

I‘ ll never do it again.      Route

 

Nein, Reisen hat zumindest in meinem Fall nicht viel mit Erholung zu tun. Ich hab es ja versucht, heute am 3.Juni, aber lange hat es nicht hingehalten. Dies war mein day to checkout und ich hatte sonst keinen Plan, ausser „Vientiane“-„Hauptstadt“-„Busfahrt“ aber erst habe ich noch mit der laotischen Post Bekanntschaft gemacht, eine Marke für Europa kostet 11’000 Kip, so viel wie eine Flasche Bier. Auch beim Travel Service wurde ich enttäuscht, der Nächste Bus fuhr erst um 20.00 Uhr nach Vientiane. Dank dessen habe ich aber eine Übernachtung gespart.

Ich hatte plötzlich acht Stunden freie Zeit, so setzte ich mich in die Aussi Bar, wo ich gut ass und den ganzen Tag lang Drinks schlürfte während ich meine Gedanken aufschrieb und das Leben auf der Strasse beobachtete.20140603_105502

Es verläuft viel geregelter als es zu erahnen ist. Vor meiner Nase verkehrten Unmengen von Tuk-Tuk, Roller, Mofas, Pickups und Minivans und was neben normalen Fahrrädern hier einen vollen Erfolg hat, sind E-Bikes. Kaum zu glauben, hmm? Ich wage zu behaupten, dass die Mehrheit der Bevölkerung einen anständigen Lebensstandard hat. Haus und Wohnung sind hier weniger wichtig als Roller oder Auto. Und auch das üppige grüne Land hält Berge von Essbarem bereit. Ausser Katzen und ein paar Hühnern hie und da sieht man keine Tiere, doch abends ist der Markt übersät von Garküchen wo sich Gebratene Hähnchen, Hühner und sonstiges Fleisch stapelt.
Womöglich ist die Bevölkerung was die Bildung angeht im Hintertreffen, aber wenn man sich genau achtet, sind tagsüber nur die älteren Generationen unterwegs, sprich hier sind die Kinder und Jugendlichen ebenfalls in der Schule, was auch das gute Englisch der jüngeren Generation beweist.
Was das Chaos auf den Strassen betrifft, Humbug. Man braucht nur zu kapieren wies läuft. Luang Prabang hat keine Ampeln, braucht es aber auch nicht, hier herrscht „rechts Vortritt“, und darauf wird halt eben bestanden. In den seltensten Fällen siehst du Jemanden mit Helm oder anderer Schutzausrüstung, selbst bei Polizisten verhält es sich so. Oft sieht man mehr als eine Person auf den Rollern, habe schon vier Leute auf einem Mofa gesehen, alle ohne Helm natürlich. Wer alleine unterwegs ist hat oft nur eine Hand am Steuer und die andere, hält einen aufgespannten Schirm. Verrückt nicht?!

Für das, dass keine Touristensaison ist sah ich viele Backpacker. Die meisten sind zwischen 20 und 30 Jahren und erstaunlich viele Frauen reisen zu zweit mit dem Rucksack. Den Slangs nach zu urteilen, sind die meisten Amis, Kanadier, Australier oder Engländer. Ein paar Franzosen habe ich noch gesehen.
Verschiedenste Gäste kamen in die Aussi Bar und gingen wieder, einer blieb länger, ein Brite. Er bestellte Bier und dazu einen Kübel mit Eis um die Flasche zu kühlen. Als wir ins Gespräch kamen erfuhr ich, dass er 58 ist und bereits mit 42 in den Ruhestand ging, ich habe nicht gefragt was er gearbeitet hat. Wer weiss, vielleicht ist er einer dieser ehemaligen Geheimagenten der Königin, welche in der Vergangenheit so viel zu den negativen Geschicken in Südostasien beigetragen haben. Er habe ein Appartement in Kambodscha und reist mal hierhin mal dahin, nur etwa 2 Monate pro Jahr sei er in England. Im Verlauf des Gesprächs gab er mir eine Menge Tipps zum Reisen in SEA und es jagte mir mehr und mehr Angst ein.
So um vier Uhr verabschiedete ich mich, da ich noch zur Post und dann zum Busterminal musste, er würde mit dem Flugzeug nach Vientiane fliegen, erklärte er und würde wahrscheinlich ausgeruht und sicher ankommen. Na toll, doch es würde sich noch rausstellen wie recht er hatte.

Bei der Post traf ich auf einen Backpacker der eben angekommen ist und ein wenig verloren auf dem Trottoir hockte, ich grüsste in dem ich mit der Hand meine Hutkrempe packte und „Howdy“ sagte! Das macht Spass! XD ! Ich erfuhr, dass er aus Israel kommt und ziemlich planlos hier gelandet sei. Krass, ich empfahl ihm das LPQ Backpacker Hostel und ging dann endlich zur Post um die restlichen Karten einzuwerfen. Mit dem Tuk-Tuk ging es dann viel zu früh wie sich herausstellen sollte zur „Bannaluang“ Busstation. Als ich höflich fragte ob ich ein Foto machen darf, hielt der Fahrer extra an und bediente mein Smartphone als wäre er der Hersteller persönlich.

(Videolink)20140603_162732 20140603_162705 20140603_163236

 

 

Dafür kriegte er auch 2000 Kip als Trinkgeld. Ein Paar Videos und Fotos aus dem fahrenden Tuk-Tuk später rollten wir auf das Areal der Busstation. Ich hatte noch zweieinhalb Stunden Zeit.20140603_185750

Erst setzte ich mich in das bisher schäbigste Lokal wenn man so will und bestellte ein Pepsi, die vier Personen die auf den halb verfallenen Plastikstühlen herumlungerten und wohl auch dort wohnten sahen nicht gerade erfreut aus, dass ich bei Ihnen einkehrte. Ich leerte das Pepsi so schnell wie möglich, ohne unhöflich zu wirken und verliess die trübe Stimmung. Da ich keine anderen vernünftigen Restaurants fand, lief ich einfach mal drauf los. Es war eine affen Hitze aber mein Camelbak war noch gut halbvoll.
Die Strasse wurde mit der Zeit breiter, und mit ihr die Abstände zwischen den Häusern, was mir einen phänomenalen Blick auf die unberührte Landschaft verschaffte.

20140603_171621 20140603_171616Die wenigen Häuser waren ausnahmslos Villen, bei den einen standen grosse Cars und Busse in eigens dafür gebauten Unterständen, somit wusste ich auch womit die Herrschaften ihre Brötchen verdienten. Eine Stunde trampen später ging die Strasse nahtlos in hohes Gras bzw. Dickicht über und ich kehrte um.

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Zurück an der Busstation, waren viele der, vor zwei Stunden noch leeren, Plätze im Aufenthaltsbereich besetzt. Andere Backpacker welche mir im Zentrum über den Weg liefen warteten auf den sleeping Bus. Als endlich die Durchsage kam, dass wir einsteigen können, wusste ich nicht, dass die Erleichterung endlich vom Fleck zu kommen alsbald von Ekel und regelrechter Todesangst abgelöst werden sollte.
In grossen Buchstaben stand „VIP“ auf der Frontscheibe des Busses, erstmal drin, wurde man bitter Enttäuscht.

Route

20140603_195001 20140603_195014 Man kam sich vor wie ein Illegaler, eingepfercht zwischen Regalen, Die doppelstöckigen Plattformen musste man sich mit einem anderen Fahrgast teilen und ich tat gut daran nicht zu fragen wann die Decken und Kissen zum letzten mal gereinigt wurden. Air Condition stand auf dem Ticket, aber davon konnte nicht die Rede sein, am Tag schätze ich, währen wir alle einem Hitzeschlag erlegen. Das Quartier war bezogen, wir erhielten noch eine Flasche Wasser und die, scheinbare Fahrt-ohne-Ende begann.
Anfangs verstand ich, dass es holperte, ich wusste ja wie der Platz der Busstation aussah, doch als es nach 10 min immer noch holperte, schob ich die Vorhänge zur Seite und schaute nach draussen, es war schon fast finster und ich sah kaum etwas, manchmal ein wenig von einem Graben oder eine steil aufragende Felswand. Mein Magen fühlte sich nicht gut an und ich versuchte durch eine mehr liegende als Sitzenden Position etwas daran zu ändern, glücklicherweise klappte das.
Je länger wir fuhren um so verschwitzter war ich, ich klammerte mich an den Rand des Bettes und bei jedem Bremsmanöver stemmte ich meine Füsse gegen die Wand der vorderen Liegestatt. Ich konnte nicht schlafen, panisch dachte ich über die Option nach auszusteigen und selbst zu schauen wie ich weiter komme.

Plötzliches Scheinwerferlicht, Gehupe und abruptes Bremsen riefen Vorstellungen von schrecklichen Unfällen hervor.
Um elf Uhr machten wir halt, sämtliche Leute stiegen aus, wir erleichterten uns hinter den Büschen und viele rauchten noch schnell eine Zigarette.

20140603_225108Wieder im Bus, versuchte ich zu schlafen, aber es war zu heiss und zu unsicher. Schon ging es wieder los, weitere unendliche Stunden wurden wir durchgeschüttelt, manchmal neigte sich der Bus gefährlich zur Seite nur um nachher auf der andere Seite das Selbe zu tun. Kein Witz, es war Horror! Morgens um vier hielten wir an einem Verpflegungspunkt, es gab Suppe soweit ich weiss, aber ich mochte nicht aussteigen und so blieb ich, wie viele andere liegen. Einige nutzten die halbstündige Rast um doch noch ein Auge zu machen zu können, ich verzichtete aus Angst vor Diebstahl.
Gegen Ende des Höllentrips liess mich jedes Haus das vorbei raste hoffen, dass es der Beginn der Stadt Vientiane ist und die Tortur endlich ein Ende hat. Als der Bus dann endlich hielt, war ich einer der ersten der Ausstieg, meinen Hut wie einen Teddy im Arm ging ich zur Gepäckluke. Der Mann ging nicht gerade sorgsam mit unseren Koffern und Rucksäcken um, so schleuderte er meinen Rucksack einfach auf den staubigen Boden, sodass sich das Daypack welches daran befestigt war, löste. Einer meiner Wanderschuhe hat sich wohl während der Fahrt gelöst und er schmiss ihn einfach rückwärts aus dem Bus. Unglaublich!

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Es war 6 Uhr in der Früh.Ich wollte nur noch duschen und schlafen, so verschwitzt und verdreckt wie ich war bestieg ich eine Taxi, es sah nicht besser aus als ich und als ich dem Fahrer den Namen des Hostels „Sala Inpeng“ und die Strasse dazu nannte, nickte er brav und sagte „yes,yes“!
Wir durchquerten den Industrieteil und ich musste aufpassen, dass ich nicht wegdöste. Die fahrt kostete 50’000 Kip. Angekommen, stand ich auf der Strasse und suchte nach dem Hostel, da das einzige Anzeichen menschlichen Lebens der beleuchtete Eingang eines gehobeneren Hotels war, dachte ich, den Portier zu fragen wäre keine schlechte Idee.
Drinnen war es angenehm kühl, zwei Nachtportiers sassen an der Reception. Ich fragte nach „Sala Inpeng“ und zu meinem Erstaunen behaupteten sie ich wäre richtig. Nun ich war wohl zu müde als das ich noch recht nachdenken konnte. Denn wie auf den Fotos im Internet, sah es nicht aus. Als ich fragte wieviel zwei Nächte kosten sagte er “ two hundred“ ich ging von 200’000 Kip aus und fand das ziemlich Ok. Ich zahlte mit meiner Travelcash Karte und ging nach oben. Es war definitiv ein gehobenes Hotel.

Endlich duschen und schlafen, kaum hatte ich mich hingelegt schlief ich auch schon ein.
Als ich erwachte war es kurz vor zwölf und ich recherchierte ein wenig über mein Hotel im Internet. Es hatte 4 Sterne und wurde jedes Jahr mit Auszeichnungen überhäuft. Mir schwante Übles und als ich dann meinen Travelcash Kontostand checkte wusste ich es genau. Zweihundert Dollar haben die mir abgebucht. Ich suchte im Netz nach dem rechten Hotel und fand es auch, es liegt nur eine Querstrasse weiter. Natürlichen waren an der Reception andere Leute als Nachts, ich erklärte Ihnen die Situation und erreichte, dass ich die zweite Übernachtung stornieren konnte. Wieder im Zimmer reservierte ich für den 5.Juni ein Bungalow im „Sala Inpeng“ für gerade mal 25 Dollar.

20140605_142322Nun habe ich schon einiges erlebt und durchgestanden, und ich glaube solche Erfahrungen sind sehr wichtig, oft würde man gar nicht auf den Gedanken kommen, dass scheinbar einfache Dinge schief laufen können…. 


Über Luzius

Im Kopf ein Träumer und einen Fuss immer auf der Strasse um überall hin zu gelangen. Als Gründer dieses Blogs schreibe ich hauptsächlich von den Eindrücken auf meinen Reisen. Natürlich würde ich ich mich freuen die eine oder andere Person ebenfalls dazu zu bewegen das Leben mehr aufs Leben auszurichten als auf Karriere und Status, folgt mir online oder in Echt. Ich helfe euch bei Eurem vorhaben die Welt zu bereisen und gleichzeitig etwas zu verdienen. Euer Backpacker Luz ....Meine persönlichen Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen müssen nicht mit den Eindrücken, Meinungen oder Erfahrungen anderer Personen übereinstimmen oder denen entsprechen. Vielen Dank !

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